Geschlechtergerechtigkeit auf der Klimakonferenz

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit GenderCC – Women for Climate Justice* entstanden.

In wenigen Tagen (6.11-17.11) beginnt die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP23) in Bonn, bei der die Staats- und Regierungschef*innen zusammen kommen und über die Ausgestaltung des Klimaabkommens von Paris beraten. Dieses Mal wird ausnahmsweise die Geschlechtergerechtigkeit im Vordergrund stehen: Wir erwarten die Verabschiedung des ersten Gender-Aktionsplans im internationalen Klimaprozess. Doch müssen unbedingt die nötigen Ressourcen bereitgestellt und erreichbare Ziele, Zuständigkeit und Mechanismen zur Erfolgskontrolle festgelegt werden – sonst bleibt der Aktionsplan wirkungslos.

„Die Verabschiedung eines starken Gender-Aktionsplan, der eine menschenrechtsbasierte und nachhaltige Klimapolitik weltweit vorantreiben will, wäre ein Erfolg“, erklärt Gotelind Alber, Vorstandsmitglied von GenderCC, die sich schon seit der ersten Weltklimakonferenz 1995 in Bonn für Geschlechtergerechtigkeit einsetzt. „Die Verursachung des Klimawandels, der Umgang mit den Folgen und der Schutz des Klimas haben alle eine soziale Komponente, die nicht übersehen werden darf! Wir fordern, dass Genderaspekte im Klimaprozess durchgängig berücksichtigt werden, damit sich Geschlechterungerechtigkeiten durch den Klimawandel oder durch ungeeignete Klimaschutzmaßnahmen nicht noch verstärken!“.

Mehr Informationen über den Gender-Aktionsplan und Geschlechtergerechtigkeit im UNFCCC-Prozess findet Ihr hier (englisch), die Forderungen von GenderCC an die Ausgestaltung des Gender-Aktionsplans hier (englisch / deutsch).

Auf dem People’s Climate Summit gibt es zahlreiche Veranstaltungen, die Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit und Klima nehmen. Eine Auswahl von Workshops:

Eine (sehr ausführliche) Übersicht über alle genderrelevanten Veranstaltungen auf der COP23 findet Ihr hier.

Und auch im Stadtbild wird Geschlechtergerechtigkeit präsent sein:  Die Künstlerin Ute Lennartz-Lemback baut vom 3. bis 17. November ein buntes „Gender Tipi“ im Rheinaue Park auf, das ein Treffpunkt für Aktivitäten rund um Geschlechtergerechtigkeit werden soll.

*GenderCC–Women for Climate Justice e.V. ist ein weltweiter Zusammenschluss von Expertinnen und Aktivistinnen mit dem Ziel, Geschlechtergerechtigkeit in die Klimapolitik zu integrieren. GenderCC ist auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene aktiv, seit Jahren Beobachterorganisation im internationalen Klimaprozess (UNFCCC) und Initiatorin der „Women und Gender“-Gruppierung der zivilgesellschaftlichen Beobachterorganisationen.