Am 3./4./5. November finden drei Abendveranstaltungen zu zentralen Themen statt: „Globale Klimagerechtigkeit“ (Freitag, 3.11.), „Leave it in the ground: das Ende des fossilen Zeitalter“ (Samstag, 4.11.) und zu „Vom CO2 Zählen zum gesellschaftlichen Wandel – wie funktioniert die Transformation?“ (Sonntag, 5.11.) Referent*innen aus Nord und Süd stellen ihre Perspektive dar, debattieren miteinander und mit uns.

Hierunter findet ihr hier mehr Infos zu den Inhalten der Podien, zu den Referent*innen sowie zu Zeiten&Orten. Diese werden teilweise noch ergänzt.

Freitag 3.11.2017, Beginn: 18.00 Uhr
Ort: CAMPO Campusmensa Poppelsdorf

Den fossilen Extraktivismus aufhalten und Klimasünder zur Verantwortung ziehen

Die Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, wer­den meist am härtesten von ihm getroffen. Die Verursacher, die großen CO2-Emittenten, müssen dafür öffentlich und rechtlich zur Ver­antwortung gezogen werden. Sie müssen für die Klima­wandel­schäd­en aufkommen und die Förderung von fossilen Brennstoffen be­enden. Wie kann das gelingen? Was fordern die ärmsten Länder des Südens von den Ländern des Nordens? Wie kann Klimagerechtigkeit erreicht werden?

Referent*innen: Saul Luciano Lliuya (Bergführer, Kläger gegen RWE, Peru), Makereta Waqavonovono (Anwältin, Fidschi), Carroll Muffet (Center for International Environmental Law (CIEL), USA), Kwami Kpondzo (Friends of the Earth International, Togo), Nguy Thi Khanh (GreenID, Vietnam), Teresa Anderson (ActionAid International, UK); Moderation: Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung)

 

Erzählungen über die Folgen des Klimawandels von den Pacific Climate Warriors

Traditionelles Leben, Handwerk, Kunst und Kultur sind im Pazifik bereits heute stark vom Klimawandel beeinflusst und bedroht. Während eines Sei*-Festivals pazifischer Kultur und Künste werden Pacific Climate Warriors von Fidschi, Kiribati, den Marshallinseln, Neukaledonien, Samoa, den Salomoninseln, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu traditionelle Praktiken zeigen und dabei von Auswirkungen und Folgen des Klimawandel berichten.

*Die Sei-Blume ist ein wichtiger Bestandteil der pazifischen Kultur und stellt die freudigen und widerstandsfähigen Geister der pazifischen Inselbewohner dar.

Samstag 4.11.2017, Beginn: 20.00 Uhr
Ort: IGS Beuel

Klimaschutz? Ist hierzulande Chefinnensache. Erneuerbare Energiewende? Ja, was denn sonst, wir leben doch nicht mehr im Mittelalter? Und der Kohleausstieg? ‚A geh bitte’, da sind doch nun wirklich alle dafür – sogar die Kolleginnen und Kollegen von Bergarbeitergewerkschaft.

Dass dieses Image vom Klimasaubermann Deutschland nur sehr wenig mit der Realität zu tun hat, ist mittlerweile kein allzu gut gehütetes Geheimnis mehr: wer den Dieselskandal nicht ganz verschlafen hat, weiß, dass hier immer noch Autoland, und nicht Ökomusterland ist. Die junge, aber äußerst dynamische Antikohlebewegung wiederum zeigt immer wieder mit dem Finger auf die Tatsache, dass Deutschland mehr Braunkohle abbaut und verbrennt, als jedes andere Land auf der Welt.

Die COP23, die unter der Präsidentschaft des untergangsgefährdeten Inselstaates Fidschi beinahe mitten im größten deutschen Braunkohlerevier stattfindet, ist nicht nur der perfekte Ort, um diese Heuchelei zu entlarven – sie ist auch der Ort, an dem wir unsere Alternativen dazu diskutieren wollen. In diesem Fall: wie ist ein Ausstieg aus der Braunkohle hierzulande zu machen?

Klar, das ‚ob’ muss nicht mehr diskutiert werden. Aber das ‚Wann?’ – sofort? Oder erst in zwei Jahrzehnten? Wie sieht’s mit den oft beschworenen ‚gerechten Übergängen’ für die Arbeiter*innen in der Kohleindustrie aus? Und wenn wir aus Kohle aussteigen – bedeutet dass dann mehr fossiles Gas?

Diese Fragen werden wir in einer etwas anderen Abendveranstaltung mit einer Reihe von Gästen besprechen: manche direkt von hier aus dem Rheinland; manche von der anderen Seite der Erde. Kommt und diskutiert mit!

Speakers:
Charlotte Loreck (Oeko Institut / Prognos)
Heather Milton-Lightening (Indigenous Climate Action – Canada)
nn. (German trade union)
Sean Sweeney (Trade Unions for Energy Democracy)
Philipp Litz (agora Energiewende – Germany)
Noelie Audidor (‘Gastivists’)
Moderation: Lyda Fernanda (Transnational Institute) und Tadzio Mueller (Rosa Luxemburg Stiftung)

Sonntag, 5.11.2017,Beginn: 18:00 Uhr
Ort: IGS Beuel

Klimagerechtigkeit umfasst viel mehr ist als eine technische Reduktion von CO2-Emissionen – es geht um einen grundlegende sozial-ökologische Transformation. Leitfragen für die Diskussion am heutigen Abend werden sein: Wie finden wir eine inspirierende Vision von einer Gesellschaft, die auf der Sorge für den Planeten und für einander beruht? Wie können wir aus unserem thematischen „Silos“ ausbrechen und unsere einzelnen Kämpfe zu einer gemeinsamen Bewegung verbinden? Welche positiven Beispiele für solche Bewegungen gibt es schon in der Welt? Welche Bündnisse und Hebelpunkte braucht es, um den Wandel umzusetzen; an welche physischen Orten müssen wir unseren Protest tragen?

Referent*innen: Lidy Nacpil (Asian Peoples‘ Movement on Debt and Development), N.N. (Indigenous Environmental Network), Jutta Sundermann (Aktion Agrar), Christiane Kliemann (Degrowth Netzwerk, Transition Town Bonn), Magdalena Heuwieser (System Change not Climate Change)

Moderation: Daniel Mittler (Greenpeace International)

Freitag, den. 3. November 2017

CAMPO Campusmensa Poppelsdorf

Endenicher Allee 19
53115 Bonn

>Haltestellen:

  • Endenich Kaufmannstraße oder Wiesenweg von Bonn Hbf mit den Linien 605 (Richtung Duisdorf BF, 606 (Richtung Medinghoven), 607 (Richtung Medinghoven)

Samstag und Sonntag, den 4./5. November 2017:

Gesamtschule Bonn-Beuel

Siegburger Straße 321
53229 Bonn

Haltestellen:

  • Friedenstraße ab Bonn Hbf mit den Buslinien 529, 538 Richtung Hennef, den Linien 636, 637 Richtung Gielgen/Holzlar und dem Bus 628 ab Bonn, Bertha-von-Suttner-Platz, Richtung Ramersdorf.
  • Pützchen Schule mit den Bussen 624, 634 ab Bonn Hbf Richtung Gielgen/Holzlar, dann Fußweg entlang der Friedenstraße
  • Vilich-Müldorf mit den Stadtbahnen 66, 67 ab Bonn Hbf Richtung Siegburg/Sankt Augustin, dann Fußweg rechts zur Fahrtrichtung entlang Am Herrengarten